Für viele Gastronomiebetriebe in Rheinland-Pfalz ist der Herbst die zweite Hauptsaison. Wenn die Terrasse leerer wird, verlagert sich das Geschäft nach drinnen – und damit von der Laufkundschaft zur Planung. Weihnachtsfeiern, Familienessen, Vereinsabende, Menüs zum Jahresende: Das sind Gäste, die vorher suchen, vergleichen und reservieren.
Wie groß dieser Markt ist, zeigt eine Umfrage von kununu aus dem November 2025: 53 Prozent der befragten Beschäftigten hatten eine Weihnachtsfeier vor sich, und der häufigste Ort waren mit 46 Prozent Restaurants und Gaststätten (ingenieur.de über die kununu-Umfrage). Dazu kommen Familien, Vereine und Freundeskreise.
Große Firmenfeiern werden oft schon im Spätsommer gebucht. Wenn du diesen Beitrag im Oktober oder November liest, lohnt sich die Arbeit trotzdem: für kleinere Teams und kurzfristige Anfragen, für Silvester, für Gutscheine als Weihnachtsgeschenk und für einen besseren Start in den Januar.
Kurz gesagt: Bring dein Google-Profil auf den Winterstand, leg eine feste Seite für Feiern mit Preisen pro Person an, stell die Speisekarte als Text statt als PDF online, mach Reservieren ohne Telefon möglich und verkauf Gutscheine direkt auf der Website. Die meisten der acht Schritte schaffst du an einem Wochenende.
1. Google-Unternehmensprofil aktualisieren
Für ein lokales Restaurant ist das Google-Profil oft wichtiger als die Website. Es ist das Erste, was ein Gast sieht – und manchmal das Einzige.
Prüf drei Dinge: Stimmen die Öffnungszeiten für den Herbst, vor allem wenn die Terrassensaison andere Zeiten hatte? Sind die neuesten Fotos aus diesem Jahr? Ist die Speisekarte aktuell hinterlegt oder verlinkt?
Oft ungenutzt: die Funktion für Beiträge. Ein kurzer Beitrag wie „Jetzt Plätze für Weihnachtsfeiern reservieren“ mit Bild erscheint in deinem Profil in der Google-Suche und in Maps. Das kostet fünf Minuten und erreicht Menschen genau dann, wenn sie suchen. Für Aktionen mit Zeitraum, etwa einen Gutschein-Bonus, gibt es eigene Angebotsbeiträge. Weitere Tipps findest du in unserem Beitrag zum Google-Unternehmensprofil.
2. Eine feste Seite für Feiern und Gruppen
Ein häufiger Fehler: Weihnachtsfeiern werden nur auf Instagram beworben. Wer bei Google nach „Weihnachtsfeier Koblenz Restaurant“ sucht, landet selten bei einem Instagram-Post – und wenn doch, findet er dort kaum die Antworten, die er braucht.
Was du brauchst, ist eine feste Unterseite, die die Fragen beantwortet, die eine Organisatorin tatsächlich hat:
- Für wie viele Personen ist Platz?
- Gibt es einen separaten Raum?
- Was kostet das Menü pro Person, und gibt es eine Getränkepauschale?
- Bis wann muss reserviert werden, und ist eine Anzahlung nötig?
- Welche vegetarischen und veganen Alternativen gibt es?
- Kann man mit Bus oder Bahn anreisen, und wo parkt man?
Diese Seite bekommt eine dauerhafte Adresse ohne Jahreszahl, zum Beispiel /feiern, die du jedes Jahr aktualisierst – statt jedes Jahr eine neue anzulegen. So kann sie über die Jahre Sichtbarkeit bei Google aufbauen, statt jedes Mal bei null anzufangen. Und sie arbeitet das ganze Jahr: für Geburtstage, Kommunionen und Sommerfeste genauso.
Pakete, die in den 110-Euro-Rahmen passen
Ein Detail, das vielen Organisatoren die Entscheidung leichter macht: Arbeitgeber können ihren Beschäftigten bei bis zu zwei Betriebsveranstaltungen im Jahr Zuwendungen von bis zu 110 € je teilnehmender Person steuer- und sozialversicherungsfrei zukommen lassen (§ 19 Abs. 1 Nr. 1a EStG). Mitgerechnet werden alle Kosten der Feier einschließlich Umsatzsteuer, und der Anteil einer Begleitperson zählt beim jeweiligen Mitarbeiter mit (Überblick bei ETL).
Für dich heißt das: Ein Paket mit Menü und Getränkepauschale, das klar unter 110 € pro Person bleibt, ist für viele Firmen ein starkes Argument. Schreib den Preis pro Person inklusive Getränken auf die Seite, statt ihn erst auf Anfrage zu nennen. Das ist keine Steuerberatung für deine Gäste – aber eine Information, nach der sie ohnehin suchen.
3. Die Speisekarte als Text, nicht als PDF
Viele Restaurants verlinken ihre Speisekarte als PDF. Auf dem Smartphone heißt das: herunterladen, zoomen, wischen. Und Google versteht den Inhalt einer normalen Webseite zuverlässiger als ein eingescanntes Dokument. Eine Speisekarte als Text auf der Website lädt schneller, ist auf dem Handy lesbar und kann bei Suchen nach einzelnen Gerichten gefunden werden.
Ein guter Zeitpunkt, die Karte durchzugehen: Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen in der Gastronomie dauerhaft der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 Prozent, für Getränke bleibt es bei 19 Prozent (IHK-Überblick). Und zum 1. Januar 2027 steigt der Mindestlohn auf 14,60 €. Wenn du deine Preise anpasst, sollten Website, Google-Profil und Aushang am selben Tag denselben Stand haben. Bei Pauschalangeboten mit Speisen und Getränken lohnt sich außerdem die Frage an deine Steuerberatung, wie der Preis richtig aufgeteilt wird.
4. Reservierung ohne Telefon möglich machen
Viele Gäste reservieren lieber online – gerade abends oder außerhalb der Öffnungszeiten, wenn niemand ans Telefon gehen kann. Ist das Telefon der einzige Weg, landen solche Anfragen schnell bei einem Lokal, bei dem es online klappt.
Das muss kein teures System sein. Ein gut sichtbares Reservierungsformular oder ein WhatsApp-Kontakt erfüllt den Zweck. Entscheidend ist, dass es überhaupt eine Alternative gibt und dass sie auf dem Handy mit zwei Klicks erreichbar ist. Wenn du ein Reservierungstool nutzt, prüf, ob es sich mit deinem Google-Profil verbinden lässt – manche Anbieter bieten das an. Für Gruppenanfragen reicht oft ein kurzes Formular mit Datum, Personenzahl und Wunschmenü.
5. Bilder, die zur Jahreszeit passen
Sonnige Terrassenfotos im November wecken falsche Erwartungen. Der Herbst ist visuell dankbar: warmes Licht, Kerzen, gedeckte Tische, dampfende Teller.
Plan einen Fototermin an einem ruhigen Nachmittag – nicht während des Service. Zwei Stunden reichen für Material, das bis Januar trägt. Und ehrlich: Ein gutes Handyfoto bei gutem Licht schlägt ein schlechtes Profifoto bei schlechtem. Fotografier auch den Raum für Feiern, eingedeckt für eine Gruppe – genau dieses Bild sucht eine Organisatorin.
Wenn du ohnehin filmst: Ein kurzes Video vom Herbstmenü funktioniert auf Instagram, auf der Website und in Anzeigen gleichermaßen. Was kurze Videos für ein Restaurant bewirken können, zeigt das Brauhaus Bismarck's in Bad Ems: Die Reels, die wir dort produziert haben, kommen zusammen auf über 1,8 Mio. Aufrufe, der Account auf über 1.300 Follower – ein Einzelfall, kein Versprechen. Wie du aus einem Dreh mehrere Formate machst, steht in unserem Beitrag zu Content Repurposing.
6. Bewertungen rechtzeitig sammeln
Wer ein Lokal für die Firmenfeier sucht, schaut zuerst auf die Bewertungen. Ein Profil, dessen letzte Bewertung vom Frühjahr stammt, wirkt weniger lebendig als eines mit Einträgen aus den letzten Wochen.
Der wirksamste Weg ist oft der einfachste: ein QR-Code auf der Rechnung oder dem Tischaufsteller, der direkt zum Bewertungsformular führt. Wichtig ist die Formulierung – ergebnisoffen fragen, nie „Gib uns fünf Sterne“. Und biete keine Gegenleistung wie ein Gratis-Dessert an; das verbieten auch Googles Richtlinien. Was rechtlich gilt, haben wir im Beitrag Bewertungen ohne Abmahnung zusammengefasst.
7. Gutscheine direkt auf der Website verkaufen
Ein Restaurantgutschein ist eines der Geschenke, die bis kurz vor Heiligabend gekauft werden. Wenn man ihn nur vor Ort bekommt, verlierst du alle, die abends um zehn noch ein Geschenk suchen. Ein Gutschein zum Ausdrucken oder per E-Mail, direkt auf der Website bezahlt, ist auch am 24. Dezember noch rechtzeitig.
Zwei Ideen, die gut funktionieren: ein fester Gutschein für ein bestimmtes Menü statt nur eines Geldbetrags, und ein kleiner Bonus, der erst ab Januar gilt – etwa ein Dessert oder ein Aperitif beim nächsten Besuch. So holst du Gäste genau in den Monat zurück, der in vielen Lokalen der ruhigste ist. Gutscheine verjähren grundsätzlich nach drei Jahren (§ 195 BGB). Schreib die Bedingungen des Bonus klar dazu. Mehr Ideen für die Woche rund um den 27. November stehen im Beitrag zum Black Friday ohne Rabattschlacht.
8. Feiertage und Januar frühzeitig vorbereiten
Leg rechtzeitig fest, wann du an Heiligabend, an den Feiertagen und zwischen den Jahren geöffnet hast – nicht erst im Dezember. Trag es identisch bei Google (dort gibt es eigene Sonderöffnungszeiten), auf der Website und in deinen Social-Media-Profilen ein.
Das klingt nach Kleinkram, ist aber ein typischer Grund für ärgerliche Bewertungen im Dezember: Gäste, die vor verschlossener Tür stehen, weil irgendwo etwas anderes stand.
Und denk schon jetzt an den Januar. Wenn du Betriebsferien machst, kündige sie früh an. Wenn du geöffnet hast, gib den Gästen einen Grund zu kommen: ein Wintermenü, ein Abend für Stammgäste, die Einlösung der Bonusgutscheine. Wer im Dezember schon weiß, was im Januar passiert, kann es bei jedem Tisch erwähnen.
Was das realistisch bringt
Keiner dieser Punkte verändert dein Geschäft allein. Zusammen sorgen sie dafür, dass du in der Phase gefunden wirst, in der Menschen aktiv suchen und Entscheidungen für die nächsten Monate treffen.
Der Zeitpunkt ist entscheidend. Die Weihnachtsfeier eines Betriebs mit 30 Leuten wird oft schon im Spätsommer oder Frühherbst gebucht. Wer dann nicht auffindbar ist oder auf die Frage „Was kostet das Menü?“ keine Antwort auf der Website hat, ist schnell aus dem Rennen – egal, wie gut die Küche ist. Was du jetzt aufbaust, wirkt deshalb doppelt: für die Anfragen, die noch kommen, und für die Saison im nächsten Jahr.
Wenn deine Website das nicht hergibt: Eine eigene Seite für Feiern und Gruppen ist als Landing Page bei uns in der Regel in rund sieben Tagen fertig, eine komplette Business-Website in zwei bis drei Wochen. Plan also so, dass alles online ist, bevor die Buchungsphase beginnt. In der Gastronomie haben wir unter anderem für das Brauhaus Bismarck's und das Kalaja Grillrestaurant in Bad Ems gearbeitet. Wenn du unsicher bist, wo dein Betrieb online steht, schauen wir es uns im kostenlosen Erstgespräch gemeinsam an.
Häufige Fragen
Wann buchen Firmen ihre Weihnachtsfeier?
Größere Betriebe planen oft schon im Spätsommer oder Frühherbst, besonders für die beliebten Freitage im Dezember. Kleinere Teams, Vereine und Familien entscheiden häufig erst im Oktober oder November. Deshalb lohnt es sich auch spät im Jahr noch, freie Termine sichtbar zu machen – am besten mit einem kurzen Beitrag im Google-Profil.
Was muss auf eine Seite für Weihnachtsfeiern?
Platz für wie viele Personen, ob es einen eigenen Raum gibt, Preis pro Person mit und ohne Getränke, vegetarische und vegane Optionen, Reservierungsfrist, Anzahlung und Anfahrt. Dazu ein Foto des eingedeckten Raums und ein Formular oder WhatsApp-Kontakt für die Anfrage. Die Adresse sollte keine Jahreszahl enthalten, damit du sie jedes Jahr weiterverwenden kannst.
Wie viel darf eine Weihnachtsfeier pro Person kosten?
Für den Arbeitgeber sind bis zu 110 € je teilnehmender Person steuerfrei, inklusive Umsatzsteuer und aller Kosten der Feier, und das für höchstens zwei Betriebsveranstaltungen im Jahr. Darüber wird es für den Arbeitgeber teurer, aber nicht verboten. Pakete klar unter dieser Grenze sind für viele Firmen deshalb besonders interessant.
Lohnt sich ein PDF als Speisekarte?
Als Download zusätzlich ja, als einzige Speisekarte nein. Ein PDF ist auf dem Smartphone mühsam zu lesen und für Suchmaschinen schlechter auswertbar als eine normale Webseite. Eine Speisekarte als Text lädt schneller, lässt sich leichter aktualisieren und kann bei Suchen nach einzelnen Gerichten gefunden werden.
Sollte ich Gutscheine online verkaufen?
Ja, gerade im Dezember. Viele Gutscheine werden kurzfristig gekauft, oft abends und kurz vor Heiligabend. Ein Gutschein, den man auf der Website bezahlt und als PDF oder per E-Mail bekommt, ist auch dann noch rechtzeitig. Ein kleiner Bonus, der erst ab Januar gilt, bringt Gäste zusätzlich in den ruhigsten Monat zurück.



