Herbst- und Wintersaison in der Gastronomie: In 6 Schritten digital vorbereitet
18. August 2026 · 6 Min. Lesezeit

Für die Gastronomie in Rheinland-Pfalz ist der Herbst die zweite Hauptsaison. Wenn die Terrasse leerer wird, verschiebt sich das Geschäft nach innen — und damit von Laufkundschaft zu Planung. Weihnachtsfeiern, Familienessen, Vereinsabende, Menüs zum Jahresende: Das sind Gäste, die vorher suchen, vergleichen und reservieren.
Genau deshalb entscheidet sich der Herbstumsatz nicht im Oktober, sondern jetzt. Wer eine Firmenweihnachtsfeier organisiert, sucht im August und September — nicht im November.
Sechs Schritte, die realistisch an einem Wochenende zu schaffen sind.
1. Google Business Profile aktualisieren
Für lokale Gastronomie ist das Google-Profil wichtiger als die Website. Es ist das Erste, was ein Gast sieht, und oft das Einzige.
Prüfen Sie drei Dinge: Stimmen die Öffnungszeiten für den Herbst — vor allem, wenn die Terrassensaison andere Zeiten hatte? Sind die neuesten Fotos aus diesem Jahr? Ist die Speisekarte aktuell hinterlegt?
Besonders wirksam und selten genutzt: die Beitragsfunktion. Ein kurzer Beitrag „Jetzt Plätze für Weihnachtsfeiern reservieren“ mit Bild erscheint direkt in den Suchergebnissen. Das kostet fünf Minuten und erreicht Menschen, die gerade suchen.
2. Eine feste Seite für Feiern und Gruppen
Der häufigste Fehler: Weihnachtsfeiern werden nur über Instagram beworben. Wer im September nach „Weihnachtsfeier Koblenz Restaurant“ sucht, findet einen Instagram-Post nicht.
Was Sie brauchen, ist eine feste Unterseite, die die Fragen beantwortet, die eine Organisatorin tatsächlich hat: Für wie viele Personen? Gibt es einen separaten Raum? Was kostet das Menü pro Person? Bis wann muss reserviert werden? Wie sieht es mit vegetarischen und veganen Alternativen aus?
Diese Seite bekommt eine dauerhafte URL, die Sie jedes Jahr aktualisieren — nicht jedes Jahr neu anlegen. So sammelt sie über die Jahre Rankings, statt jedes Mal bei null anzufangen.
3. Reservierung ohne Telefon möglich machen
Ein wachsender Teil der Gäste — besonders unter 40 — reserviert nicht mehr telefonisch. Wenn der einzige Weg das Telefon ist, verlieren Sie diese Buchungen an den Wettbewerber, bei dem es online geht.
Das muss kein teures System sein. Ein gut sichtbares Kontaktformular oder eine verlinkte WhatsApp-Nummer erfüllt den Zweck. Entscheidend ist, dass es überhaupt eine Alternative gibt und dass sie auf dem Handy in zwei Klicks erreichbar ist.
4. Bilder, die zur Jahreszeit passen
Sonnige Terrassenfotos im November erzeugen die falsche Erwartung. Der Herbst ist visuell dankbar: warmes Licht, Kerzen, gedeckte Tische, dampfende Teller.
Planen Sie einen Fototermin an einem ruhigen Nachmittag — nicht während des Services. Zwei Stunden reichen für Material, das bis Januar trägt. Und ehrlich: Ein gutes Handyfoto bei gutem Licht schlägt ein schlechtes Profifoto bei schlechtem.
Wenn Sie ohnehin filmen: Ein kurzes Video vom Herbstmenü funktioniert auf Instagram, auf der Website und in Anzeigen gleichermaßen. Wie man aus einem Dreh mehrere Formate zieht, steht in unserem Beitrag zu Content Repurposing.
5. Bewertungen jetzt einsammeln
Wer im November nach einem Lokal für die Firmenfeier sucht, schaut zuerst auf die Bewertungen. Ein Profil, dessen letzte Bewertung vom Frühjahr stammt, wirkt weniger lebendig als eines mit Einträgen aus dem letzten Monat.
Der wirksamste Weg ist der einfachste: ein QR-Code auf der Rechnung, der direkt zum Bewertungsformular führt. Wichtig ist die Formulierung — ergebnisoffen fragen, nie „geben Sie uns fünf Sterne“. Was dabei rechtlich gilt, haben wir unter Bewertungen ohne Abmahnung zusammengefasst.
6. Die Feiertage vorbereiten — jetzt, nicht im Dezember
Legen Sie jetzt fest, wann Sie an Heiligabend, den Feiertagen und zwischen den Jahren geöffnet haben. Tragen Sie es identisch in Google, auf der Website und in den Social-Media-Profilen ein.
Das klingt nach Kleinkram, ist aber die häufigste Ursache für schlechte Bewertungen im Dezember: Gäste, die vor verschlossener Tür stehen, weil irgendwo etwas anderes stand.
Was das realistisch bringt
Kein einzelner dieser Punkte verändert Ihr Geschäft. Zusammen sorgen sie dafür, dass Sie in der Phase gefunden werden, in der Menschen aktiv suchen und Entscheidungen für die nächsten drei Monate treffen.
Der Zeitpunkt ist das Entscheidende. Die Weihnachtsfeier eines 30-köpfigen Betriebs wird im September gebucht. Wer dann nicht auffindbar ist oder auf die Frage „was kostet das Menü“ keine Antwort auf der Website hat, ist aus dem Rennen — unabhängig davon, wie gut die Küche ist.
Wenn die Website den Anforderungen nicht standhält, ist jetzt der letzte sinnvolle Moment: Eine Landing Page ist in sieben Tagen fertig, eine vollständige Website in zwei bis drei Wochen. Im Oktober wird es eng.
Ich arbeite viel mit Gastronomiebetrieben in der Region Bad Ems und Koblenz — wenn Sie unsicher sind, wo Ihr Betrieb online steht, schauen wir gemeinsam drauf. Meist sind es zwei, drei konkrete Dinge, die den Unterschied machen.


