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Website-Relaunch im Herbst: Der realistische Zeitplan bis Jahresende

1. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Website-Relaunch im Herbst: Der realistische Zeitplan bis Jahresende

„Können wir die neue Website noch bis Jahresende live bringen?“ — diese Frage bekomme ich zwischen August und Oktober am häufigsten. Die Antwort hängt fast nie am Können, sondern am Kalender und an einer Sache, die kaum jemand einplant: der eigenen Zuarbeit.

Hier ist der realistische Zeitplan, damit Sie selbst einschätzen können, ob es sich noch ausgeht — und was passiert, wenn es knapp wird.

Was ein Relaunch tatsächlich braucht

Für eine übliche Business-Website mit fünf bis zehn Unterseiten sind das die Phasen:

Konzept und Struktur — 1 Woche. Welche Seiten, welche Inhalte, welche Ziele. Diese Phase wird gern übersprungen und ist der häufigste Grund, warum Projekte später ausufern.

Design — 1 bis 2 Wochen. Entwürfe, Feedback, Überarbeitung. Ein Feedbackzyklus dauert erfahrungsgemäß länger als die Gestaltung selbst.

Inhalte — 2 bis 4 Wochen. Parallel. Texte, Bilder, Rechtstexte. Das ist die Phase, in der Projekte sterben — dazu gleich mehr.

Umsetzung — 1 bis 2 Wochen. Der technische Bau. Meist der planbarste Teil.

Test und Korrektur — 1 Woche. Mobilgeräte, Formulare, Ladezeit, Rechtschreibung.

Livegang und Nachlauf — 1 Woche. Weiterleitungen prüfen, Suchkonsole, Nachbesserungen.

Ohne Puffer sind das sechs bis zehn Wochen. Mit realistischem Puffer: acht bis zwölf.

Rückwärts gerechnet

Ein Livegang im Dezember ist keine gute Idee. Zwischen den Feiertagen ist niemand erreichbar, und wenn nach dem Umzug etwas klemmt, sitzen Sie damit bis Januar fest.

Der sinnvolle Zielkorridor ist deshalb Ende November. Und wenn Ihre Hauptsaison das Weihnachtsgeschäft ist, sogar Ende Oktober — dann ist der Relaunch vor der heißen Phase abgeschlossen.

Von Ende November zehn Wochen zurück landet man Mitte September. Das ist der letzte Startzeitpunkt für ein vollständiges Projekt ohne Hektik.

Wenn Sie das hier im Oktober lesen: Ein voller Relaunch bis Jahresende wird schwierig. Eine Landing Page in sieben Tagen für das dringendste Angebot ist dann oft die klügere Entscheidung — und der große Umbau startet im Januar mit Ruhe.

Der wahre Engpass: Ihre Inhalte

Ich sage das offen, weil es fast jedes Projekt betrifft: Nicht die Agentur ist der Flaschenhals, sondern die Zuarbeit.

Design und Technik sind planbar. Was nicht planbar ist: Texte über die eigenen Leistungen zu schreiben, aktuelle Fotos zu besorgen, sich intern zu einigen, wie man das Unternehmen beschreibt. Diese Aufgaben landen zwischen Tagesgeschäft und Feierabend — und bleiben dort liegen.

Zwei Dinge helfen zuverlässig. Erstens: Vor dem Projektstart entscheiden, wer die Texte schreibt. Sie, jemand im Team, oder wir. Wenn diese Frage am Anfang unbeantwortet bleibt, wird sie in Woche vier zum Problem.

Zweitens: Fotos zuerst. Ein Fototermin lässt sich zwei Monate im Voraus planen, aber nicht in der Woche, in der die Seite live gehen soll. Und ein Relaunch mit Stockfotos ist eine vertane Gelegenheit.

Was beim Livegang schiefgehen kann

Drei technische Punkte, die regelmäßig übersehen werden und echten Schaden anrichten:

Weiterleitungen. Wenn sich URLs ändern, muss jede alte Adresse auf die passende neue zeigen. Ohne das verlieren Sie die Rankings, die Sie über Jahre aufgebaut haben — und merken es erst nach Wochen.

Die Sperre für Suchmaschinen. Testumgebungen werden für Google gesperrt. Wenn diese Sperre beim Livegang nicht entfernt wird, ist die neue Seite unsichtbar. Klingt trivial, passiert regelmäßig, und es dauert oft Wochen, bis es jemand bemerkt.

Rechtstexte. Impressum und Datenschutzerklärung müssen ab der ersten Minute stehen und zum tatsächlichen Zustand passen — inklusive der Dienste, die tatsächlich eingebunden sind.

Wenn es dieses Jahr nicht mehr reicht

Dann ist das kein verlorenes Quartal. Nutzen Sie die Zeit für die Dinge, die ein Projekt im Januar schnell machen: Fotos produzieren, Texte sammeln, Zugänge suchen, entscheiden, welche Seiten die neue Struktur braucht.

Ein Projekt, das im Januar mit fertigen Inhalten startet, ist Anfang März live. Eines, das im November hektisch beginnt, ist im März auch fertig — nur mit mehr Stress und schlechterem Ergebnis.

Für Betriebe, die die Investition nicht in ein Quartal legen wollen, ist das Website-Abo ab 99 € im Monat die pragmatische Alternative: kein Setup-Betrag, monatlich kündbar, Änderungen inklusive.

Wenn Sie überlegen, ob sich der Start jetzt noch lohnt: Schreiben Sie mir kurz, was Sie vorhaben. Ich sage Ihnen ehrlich, ob es bis Ende November realistisch ist — auch wenn die Antwort manchmal „besser im Januar“ lautet.