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Webdesign

Website-Relaunch im Herbst: Der realistische Zeitplan bis Jahresende

Acht bis zwölf Wochen – und der Engpass ist selten die Technik, sondern deine Inhalte. Wann du spätestens startest und worauf es beim Livegang ankommt.

Tymur VagabovVagabov AgencyAktualisiert am 5 Min. Lesezeit
Website-Relaunch im Herbst: Der realistische Zeitplan bis Jahresende
Inhalt · 5 Abschnitte

„Können wir die neue Website noch bis Jahresende live bringen?“ Diese Frage stellen sich viele Betriebe im Herbst. Die Antwort hängt selten am technischen Können, sondern am Kalender und an einer Sache, die kaum jemand einplant: der eigenen Zuarbeit.

Hier ist ein realistischer Zeitplan, damit du selbst einschätzen kannst, ob es noch reicht – und was du tun kannst, wenn es knapp wird.

Was ein Relaunch tatsächlich braucht

Für eine übliche Business-Website mit fünf bis zehn Unterseiten sind das die Phasen:

Konzept und Struktur – 1 Woche. Welche Seiten, welche Inhalte, welche Ziele? Diese Phase wird gern übersprungen und ist ein häufiger Grund, warum Projekte später ausufern.

Design – 1 bis 2 Wochen. Entwürfe, Feedback, Überarbeitung. Die Feedbackrunden dauern oft länger als die Gestaltung selbst.

Inhalte – 2 bis 4 Wochen, parallel. Texte, Bilder, Rechtstexte. In dieser Phase geraten viele Projekte ins Stocken, dazu gleich mehr.

Umsetzung – 1 bis 2 Wochen. Der technische Bau, meist der planbarste Teil.

Test und Korrektur – 1 Woche. Mobilgeräte, Formulare, Ladezeit, Rechtschreibung.

Livegang und Nachlauf – 1 Woche. Weiterleitungen prüfen, die Google Search Console einrichten, nachbessern.

Je nachdem, wie gut die Inhalte parallel fertig werden, sind das ohne Puffer etwa sechs bis zehn Wochen. Mit realistischem Puffer: acht bis zwölf.

Die reine Bauzeit ist dabei selten das Problem. Eine Landing Page setzen wir in sieben Tagen um, und im Website-Abo ist eine Seite in der Regel 7 Werktage nach Erstgespräch und freigegebenem Konzept online. Die Wochen entstehen durch alles drumherum: Abstimmung, Inhalte, Feedback, Tests.

Rückwärts gerechnet

Ein Livegang im Dezember ist keine gute Idee. Zwischen den Feiertagen sind viele nicht erreichbar, und wenn nach dem Umzug etwas klemmt, sitzt du damit womöglich bis Januar fest.

Der sinnvolle Zielkorridor ist deshalb Ende November. Wenn deine Hauptsaison das Weihnachtsgeschäft ist, sogar Ende Oktober – dann ist der Relaunch vor der heißen Phase abgeschlossen.

Von Ende November zehn Wochen zurück landest du bei Mitte September. Das ist der späteste Startzeitpunkt für ein vollständiges Projekt ohne Hektik.

Liest du das erst im Oktober oder später, wird ein kompletter Relaunch bis Jahresende schwierig. Dann ist eine Landing Page für dein dringendstes Angebot oft die klügere Entscheidung, und der große Umbau startet im Januar mit Ruhe.

Der wahre Engpass: deine Inhalte

Ich sage das offen, weil es viele Projekte betrifft: Nicht die Agentur ist der Flaschenhals, sondern die Zuarbeit.

Design und Technik sind planbar. Was sich schwer planen lässt: Texte über die eigenen Leistungen schreiben, aktuelle Fotos besorgen, sich intern einigen, wie man das Unternehmen beschreibt. Diese Aufgaben landen zwischen Tagesgeschäft und Feierabend und bleiben dort liegen.

Zwei Dinge helfen zuverlässig. Erstens: Vor dem Projektstart entscheiden, wer die Texte schreibt – du selbst, jemand im Team oder ein Profi. Bleibt diese Frage am Anfang offen, wird sie in Woche vier zum Problem.

Zweitens: Fotos zuerst. Ein Fototermin lässt sich zwei Monate im Voraus planen, aber nicht in der Woche, in der die Seite live gehen soll. Und ein Relaunch mit Stockfotos ist eine vertane Gelegenheit.

Checkliste, bevor das Projekt startet:

  • Zugänge zu Domain, Hosting, Google-Konten und Social-Media-Profilen liegen vor.
  • Eine Person entscheidet und gibt frei, nicht fünf.
  • Die Texte sind verteilt, jeweils mit Termin.
  • Der Fototermin steht im Kalender.
  • Es gibt eine Liste der wichtigsten alten Seiten, damit später keine Weiterleitung fehlt.

Was beim Livegang schiefgehen kann

Ein paar Punkte werden regelmäßig übersehen und richten echten Schaden an:

Weiterleitungen. Wenn sich Adressen ändern, muss jede alte URL per 301-Weiterleitung auf die passende neue zeigen. Sonst riskierst du die Rankings, die du über Jahre aufgebaut hast, und merkst es oft erst nach Wochen.

Die Sperre für Suchmaschinen. Testumgebungen werden für Google gesperrt. Wird diese Sperre beim Livegang nicht entfernt, bleibt die neue Seite unsichtbar. Klingt trivial, passiert aber immer wieder und fällt oft erst spät auf.

Rechtstexte. Impressum und Datenschutzerklärung müssen ab der ersten Minute stehen und zum tatsächlichen Zustand passen, inklusive aller eingebundenen Dienste. Ein Relaunch ist ein guter Anlass für einen Check:

  • Das Impressum stützt sich heute auf § 5 DDG. Das Digitale-Dienste-Gesetz hat am 14.05.2024 das TMG abgelöst, ein Verweis auf „§ 5 TMG“ ist veraltet.
  • Der Link zur EU-Plattform für Online-Streitbeilegung kann raus: Die Plattform wurde am 20.07.2025 eingestellt, die Pflicht zur Verlinkung ist damit entfallen.
  • Cookies und Tracking, die nicht unbedingt nötig sind, brauchen eine Einwilligung nach § 25 TDDDG (früher TTDSG).
  • Wenn du online Verträge mit Verbrauchern schließt, etwa über einen Shop, prüf, ob das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) für dich gilt. Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten und höchstens 2 Mio. € Jahresumsatz oder Bilanzsumme sind ausgenommen, wenn sie Dienstleistungen anbieten. Mehr dazu im Beitrag Barrierefreie Websites 2026.

Das ist ein Überblick und keine Rechtsberatung. Lass deine Rechtstexte im Zweifel von einem Profi prüfen.

Wenn es dieses Jahr nicht mehr reicht

Dann ist das kein verlorenes Quartal. Nutz die Zeit für alles, was ein Projekt im Januar schnell macht: Fotos produzieren, Texte sammeln, Zugänge zusammensuchen, entscheiden, welche Seiten die neue Struktur braucht.

Ein Projekt, das im Januar mit fertigen Inhalten startet, ist meist deutlich schneller live als eines, das im November unter Zeitdruck beginnt – und das Ergebnis ist in der Regel besser.

Wenn du die Investition nicht in ein Quartal legen willst, ist das Website-Abo ab 129 € im Monat eine Alternative: keine Setup-Gebühr, monatlich kündbar, kleinere Änderungen inklusive, die erste Rechnung kommt erst zum Livegang. Was das über mehrere Jahre bedeutet, steht im Beitrag Website-Abo vs. Einmalzahlung.

Und wenn du überlegst, ob sich der Start jetzt noch lohnt: Schreib mir kurz, was du vorhast. Ich sage dir ehrlich, ob es bis Ende November realistisch ist – auch wenn die Antwort manchmal „besser im Januar“ lautet.

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